Polfilter (Polarisationsfilter)

Foto, geschossen mit Polarisationfilter von B+H HTC Käsemann MRC Filter
Bild rechts geschossen mit dem B+W Zirkularer Polarisationsfilter Käsemann, Bildquelle: B+W, Amazon.de

In Zeiten digitaler Bildbearbeitung scheint die Benutzung von Objektivfiltern vielen Hobbyfotografen als unnötig. Allerdings ist der Effekt eines Polfilters auch mit den besten Bildbearbeitungsprogrammen nicht zufriedenstellend zu imitieren. Ein Polfilter lässt als Objektivfilter nur das Licht einer bestimmten Schwingungsebene passieren.

Alle anderen Lichtstrahlen anderer Schwingungsebenen werden herausgefiltert. Diese Filterung hat eine starke Minderung von Spiegelungen auf Glasflächen und Wasser zur Folge. Außerdem ergibt sich, je nach Filterstellung, eine starke Abdunkelung des blauen Himmels.

Fakten zum Polarisationsfilter

  • Wirkung: reduziert Spiegelungen und Reflexe und erhöht die Farbsättigung
  • Formen: Linearer Polarisationsfilter (Pol-Lin) für Kameras mit Manuellem Fokus und Autofokus ohne Strahlteiler. Cirkularer Polarisationsfilter (Pol-Cir) für Kameras mit Autofokus mit Strahteiler.
  • Einsatz: Farbfilme

Polfilter diverser Hersteller im Überblick

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Hoya Polarisationsfilter Linear 62mm
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Gobe 40.5 mm Polfilter (Polarisationsfilter) CPL (2Peak)
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Explore Scientific 0310235 1,25 H-Beta Nebelfilter Polarisationsfilter
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Gobe 52 mm UV Filter, Polfilter (CPL), Graufilter ND64, Farbfilter Rot, Farbverlaufsfilter Orange, Farbverlaufsfilter Blau - Filter Kit (1Peak)
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Walimex Pro 17834 Polfilter (zirkular slim, 52mm)
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Polarisationsfilter in unserem Review

Worauf wir bei unseren Polfilter Reviews geachtet haben

Polfilter können im Test und in der Praxis mitunter erhebliche Qualitätsunterschiede aufweisen. Daher haben wir beim Test der Polarisationsfilter diese Gütekriterien angesetzt:

  • Deckgläser – Hier haben wir besonders auf Planparallelität, Transparenz und Farbneutralität geachtet.
  • Polfolien – Hier haben wir besonderen Wert auf die Sperrwirkung sowie Transparenz und Farbneutralität gelegt.
  • Oberflächenvergütung – Neben der Reflexionsminderung sind Wasser- und Schmutzresistenz der Vergütung für eine gute Filterqualität und Langlebigkeit unabdingbar.
  • Randversiegelung – Diese schützt den Filter vor frühzeitiger Erblindung.
  • Qualität der Fassung – Eine qualitativ hochwertige Fassung ist verwindungssteif, frisst sich nicht am Objektiv fest und lässt sich leicht drehen.

Aufbau eines Polfilters

Unser Sonnenlicht besteht aus Wellen. Schwingen diese Wellen in allen möglichen Richtungen sind diese Wellen nicht polarisiert. Ein Polfilter besteht im Wesentlichen aus einer Glasscheibe mit einer Polarisationsfolie. Dadurch werden nur Lichtwellen durchgelassen, die in einer bestimmten Ebene schwingen. Hinter dem Filter treten als nur polarisierte Lichtwellen aus. Eine Lichtquelle, die durch diesen Filter betrachtet wird, erscheint dunkler, weil ja einige Lichtwellen herausgefiltert werden.

Bei Polarisationsfiltern wird zwischen einer linearen und einer zirkularen Bauart unterschieden.

  • Mit linearen Polfiltern haben Autofokus-Kameras große Schwierigkeiten. Auch die Ermittlung der Belichtungszeiten ist oft problematisch. Das macht sich dann an stark überbelichteten Aufnahmen bemerkbar.
  • Abhilfe verspricht der Einsatz eines zirkularen Polfilters. Diese sorgen durch ein paar technische Kniffe dafür, dass zirkular polarisiertes Licht Autofokus und Belichtungsmesser nicht weiter beeinflussen.

Der Polarisationsfilter wirkt als Effektfilter

Ein Polfilter wird hauptsächlich zum Entfernen von Reflexionen eingesetzt. Reflexionen treten besonders an glatten Oberflächen zum Beispiel aus Glas oder Kunststoff recht häufig auf und können auf einem Bild erheblich stören. Ein Polfilter reduziert diese Reflexionen und bringt die Farben besser zur Geltung.

Auch in der freien Natur entstehen beispielsweise auf Blättern oder Wasseroberflächen Reflexionen. Diese können gewollter Bestandteil eines Bildes sein, andernfalls lassen sie sich mit einem Polfilter entfernen. Durch die Anwendung eines Polfilters erscheint auch der Himmel in einem tieferen Blau und die Wolken treten deutlicher hervor.

So wird ein Polfilter verwendet

Polfilter sind in einem Winkel von 90 Grad zur Position der Sonnen am wirksamsten. Um das Licht zu polarisieren muss die Schwingungsebene des Lichts senkrecht zur Durchlassebene des Polfilters stehen. In der Paxies ist das recht einfach: Der Filter wird solange gedreht, bis die Reflexionen verschwinden. Steht man mit dem Rücken zur Sonne hat ein Polfilter keine Wirkung.

Bei der Verwendung eines Polfilters erreicht weniger Licht den Kamera-Sensor. Dagegen hilft eine Nachjustierung um ein bis zwei Blendestufen. Ein Polfilter kann auch Auswirkungen auf das Autofokussystem einer Kamera haben. Oft ist es für den Autofokus zu dunkel. Hier empfiehlt sich eine manuelle Scharfstellung oder eine Fokussierung vor dem Einsatz des Filters.

Vorsicht: Durch das Drehen am Objektiv ändert sich die Polarisation des Filters. Ändert sich die Richtung zum Objekt muss auch der Filter neu ausgerichtet werden. Die Verwendung eines Polfilters ist nicht immer ganz einfach. Besonders Anfänger haben Schwierigkeiten, diesen Filter richtig einzusetzen.

Vor- und Nachteile eines Polfilters

Einen Polfilter sollte nur sehr gezielt zum Entfernen von Reflexionen oder zur Erhöhung von Farbsättigung und Kontrast einsetzen.

  • Reflexionen werden recht gut entfernt. Ein Fenster spiegelt weniger. Himmel und Wasser erscheinen tiefblau und ohne Reflexionen.
  • Farben wirken kräftiger.
  • Der Kontrast wird verstärkt.

Neben diesen Vorteilen unterliegt der Gebrauch eines Polfilters auch einigen Einschränkungen. Dazu gehören:

  • Ein Polarisationsfilter wirkt wie ein Farbfilter, alle Farben werden gleichmäßig gedämpft. Dabei kann es zu Farbverfälschungen kommen.
  • Polarisiertes Licht wird nicht vollständig zurückgehalten.
  • Bei Aufnahmen von komplexen oder gekrümmten Oberflächen können störende Reflexionen auftreten.
  • Die Wirkung eines Polfilters ist bei kleiner Brennweite kaum zu erkennen.
  • Ein Polfilter verringert die Menge des einfallenden Lichts um ein bis zwei Blendenstufen. Eine verlängerte Belichtungszeit kann zu verwackelten Bildern führen.
  • Mit einem aufgesetzten Polfilter funktioniert der Autofokus nicht immer korrekt.
  • Möglicher Schärfeverlust.

Verwendung in der Fotografie

Bei einem Polfilter (genauer: Polarisationsfilter) handelt es sich um ein Effektfilter. Da ein großer Teil des einfallenden Lichtes durch den Filter blockiert wird, kostet der Einsatz eines Polarisationsfilters ein bis zwei Blendenstufen. Anders als UV-Filter und Skylightfilter eignen sich Polfilter also nicht zum dauerhaften Verbleib auf dem Objektiv.

Polarisationsfilter haben in der Fotografie zwei Haupteinsatzgebiete:

  • Fotografen, die ihre Bilder oft durch Glasvitrinen oder Wasseroberflächen schießen, nutzen Polfilter, um störende Reflexionen zu unterbinden. So ist es ohne Polfilter kaum möglich, Fische in einem Teich abzulichten.
  • Landschaftsfotografen schätzen den Polfilter, weil mit ihm ein Effekt darstellbar ist, für den es in der Schwarz-Weiß-Fotografie den Rotfilter gibt: die Abdunkelung des Himmels. Ein großer Teil des Sonnenlichtes ist bereits polarisiert. Dadurch ist es möglich, dieses Licht mit einem richtig eingestellten Polfilter fast ganz zu eliminieren. Ein dunkelblauer Himmel mit unvergleichlichen Kontrasten ist das Ergebnis.

Hersteller, Größen und Varianten

Grundsätzlich sind zwei verschiedene Polarisationsfilter zu unterscheiden: Linearpolfilter und Zirkularpolfilter (CPL).

  • Erstere sind für den Einsatz an modernen Spiegelreflexkameras nicht geeignet, da sie die Arbeit des Autofokus unmöglich machen. Ältere Linearpolfilter lassen sich dagegen ohne Probleme an alten manuellen Kameras verwenden.

Alle namhaften Hersteller von Filtern und Filtersystemen haben auch Polarisationsfilter im Angebot. Die klassischen Schraubfilter, die für längere Zeit auf dem Objektiv verbleiben können, sind in allen gängigen Durchmessern für Filtergewinde erhältlich. Üblicherweise haben diese Polarisationsfilter einen Durchmesser zwischen 37 und 86 Millimetern. Unter Umständen können größere Filter auch mit einem Adapterring an Objektive mit kleinerem Filtergewinde angepasst werden.

Eine Besonderheit unter den Polfiltern sind sogenannte Slim-Filter. Diese zeichnen sich durch eine besonders niedrige Bauhöhe aus und sind für den Einsatz an Weitwinkelobjektiven mit sehr kurzer Brennweite gedacht.

Neben Polarisationsfiltern mit klassischem Schraubgewinde hat auch der Hersteller Cokin entsprechende Filter für sein eigenes Filtersystem im Angebot.In letzter Zeit sind immer mehr Polarisationsfilter aus chinesischer Herstellung auf dem Markt erhältlich. Preislich erscheinen diese Filter zwar sehr attraktiv, ihre Leistung lässt aber noch oft zu wünschen übrig.